Bericht
3D-Druck auf der Gamescom / Jugendforum NRW

Die Realschule Güglingen war eingeladen, auf der weltgrößten Spielemesse Gamescom im August 2013 in Köln auf sieben Workshops 3D-Modelling und 3D-Druck zu demonstrieren.

Zu diesem Zweck hat Herr Glatter einen neuen 3D-Drucker beschafft und Mitglieder der Internet-AG haben ihm bis in die Sommerferien hinien geholfen, eine Transportkiste in Leichtbauweise für das neue Gerät zu basteln.
=> Bilder von unserem neuen Felix-Printer und der Transportkiste

Außerdem haben verschiedene Schüler versucht, ein Online-Spiel zu entwickeln, das auch ausgedruckt und mit Spielfiguren aus dem 3D-Drucker bestückt werden könnte. Markus hat es geschafft:
=> zum Online-Spiel „Römer schubsen“

Start Gamescom

Ablauf der Arbeitsprozesse

Vorbereitungsseite

3D-Druck auf der Gamescom

Online-Spiel

Ergebnisse

Die Gamescom war für Herrn Glatter eine Herausforderung mit großem Aufwand, die aber auch mit vielen netten Erlebnissen und Eindrücken verbunden war. Vor allem konnte er wertvolle Erfahrungen mit dem für uns neuen 3D-Drucker Felix sammeln.

Unsere selbst gebaute neue Transportkiste hat sich bewährt. Sie ist für den sicheren Transport des Felix-Druckers mit Zubehör auch in öffentlichen Verkehrsmitteln geeignet. Außerdem hat sich der Behälter zur sicheren und organisierten Unterbringung des Zubehörs bei Demonstrationsveranstaltungen als sehr praktisch erwiesen.

Die Erfahrungen mit dem 3D-Modelling-Programm SketchUp in der Schule haben sich auf der Gamescom bestätigt: Trotz erheblicher Behinderung der Verständigung durch den Messelärm haben sich alle nach einer kurzen Einführung rasch zurechtgefunden und ein eigenes, individuelles Objekt gestalten und für den 3D-Druck vorbereiten können.

Die Felix-3D-Drucker haben zuverlässig und sehr präzise funktioniert.
Die beiden eingesetzten Drucker hatten jeweils eine aktive Laufzeit von gut 50 Stunden.
Auf über 100 Betriebsstunden (reine Laufzeit) kamen zwei Abbrüche auf Grund von Knoten auf der Filamentrolle und ein misslungener Druckbeginn wegen Nasenverstopfung, die sich in relativ kurzer Zeit beheben ließ.

Das Drucken auf 3 mm starken, mit Kaptonband beklebten Glasplatten hat sich bestens bewährt.
Das exakte und nahezu blasenfreie Aufziehen des Bands ließ sich mit Hilfe von Spüliwasser sehr einfach bewerkstelligen. Die Haftung der Druckobjekte auf dem Band war ausnahmslos gut. Das Ablösen der Objekte (bis ca 80 x 80 mm) war problemlos und die Unterseiten wurden nahezu perfekt glatt. Obwohl auf jeder Platte gut 50 Einzeldrucke durchgeführt wurden, musste das Kaptonband nicht ausgetauscht werden und auch die Haftung ließ nicht nach.

Der zunächst recht abenteuerlich wirkende, aber einfache und Platz sparende Abwickelmechanismus für das Kunststofffilament (Filamentrolle liegt auf einem kleinen, kugelgelagerten Teller) hat sich als absolut zuverlässig und zweckmäßig erwiesen.

Die Druckqualität ist hervorragend und zählt wohl zum Besten, was derzeit im Hobbybereich und auf dem professionellen Markt im Bereich Schmelzschichtverfahren angeboten wird.

Trotzdem bleibt es dabei: Wer erfolgreich mit 3D-Druckern arbeiten will, muss sich in die Details der Konstruktion und des Druckprozesses einarbeiten und bereit sein dafür Zeit aufzuwenden.

Die Workshops
Geplant waren 7 Workshops für je 6 Teilnehmer(innen) verteilt über 4 Tage.
Die großzügige Unterstützung durch Felix Printer Deutschland (Herr Glass) und die permanente Anwesenheit eines kompetenten Vertreters aus dieser Firma ermöglichten es jedoch über die komplette Öffnungszeit von 5 Tagen permanent zu drucken. Neben dem Ausdruck der Workshoprgebnisse konnten so auch Dutzende kleiner Armbänder und anderer Giveaways in schönen Farben gedruckt und verschenkt werden.

Diese Entlastung ermöglichte es Herrn Glatter zusätzlich vielen Interessierten zwischen den Workshops Einzeleinführungen zu geben, sodass insgesamt über 50 Personen eine Einführung in das 3D-Drucken erhalten konnten.

Die Teilnehmer waren zu etwa einem Drittel weiblich, zu zwei Dritteln männlich, zwischen 9 und ca. 40 Jahren alt. Viele kamen aus Jugendeinrichtungen des Landes NRW, aber auch eine Familie und Studentengruppen aus dem deutschen Süden nahmen teil. Sogar einige englischsprachige Teilnehmer waren erfolgreich dabei.

Die Ergebnisse
Alle schafften es dank der intuitiven Bedienbarkeit des 3D-Modelling-Programms SketchUp und entsprechender Betreuung ein nettes 3D-Objekt zu gestalten.

Nur ein Ergebnis von über 50 Konstruktionen war aufgrund spezieller Gegebenheiten des Schmelzschichtverfahrens nach dem Ausdruck optisch nicht befriedigend gelungen.

Zwei weitere (durchaus gelungene) Objekte wurden nicht ausgedruckt, weil es ihre Schöpfer vorzeitig zu den Spielen zog.

Neben Schlüsselanhängern, Münzen, Logos und Namenschildern waren vor allem Herzchen in verschiedensten Ausführungen beliebt.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer versuchten sich an außergewöhnlichen modischen Accessoires, andere bauten sich Ersatzteile für ihr Modellbauhobby.

Eine besondere konstruktive Herausforderung war diese Schlange.Kunststoffschlange

Auch die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GMK, die den Stand betreuten, versuchten sich ebenfalls erfolgreich an SketchUp.

Die Konstruktion von Figuren für unser speziell für die Messe erfundenes Spiel „Römer schubsen“ erfolgte zunächst nicht. Wer mag, kann sich jedoch die Papierversion samt Anleitung hier herunterladen und das Spiel nach seinem eigenen Geschmack gestalten.


Danke
Herr Glatter möchte sich an dieser Stelle für diese spannende Gelegenheit den 3D-Druck vorzuführen bedanken. Danke auch für die nette und konstruktive Zusammenarbeit mit Herrn Poerschke vom Landesmedienzentrum NRW (LRV) und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) sowie für die liebevolle Betreuung durch Herrn Fehr von Fachstelle für Medienpädagogik der Stadt Köln und durch Frau Schlotter.

Besonderer Dank gilt auch dem Chef von Felix Printers Deutschland, Hernn Glass, und seinen Mitarbeitern für die Bereitstellung der Drucker und die komplette Abwicklung der Slicing- und Druckaufgaben.


Interessante Links

Interviews mit Norbert Glass, Felixprinter Deutschland, zum Thema 3D-Drucker
http://www.jugendforum-nrw.de/page/2 (25. August 2013)
http://youtu.be/Lakjs5IY5E4

Interview mit Carolin Krause, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln
http://youtu.be/ouUlxMVElV4

Interview mit Manfred Walhorn - Ministerium für Familie, Kinder, Jugend zum Thema Medienkompetenz http://youtu.be/zOY4KXT8HLw